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Epilepsie des Kindes- und Jugendalters
Reutlingen-Tübingen-Zollernalb
Der Qualitätszirkel besteht seit 1996
Sitzung vom : 16.10.06 um 20-22.30 Uhr
Moderation: Dr. W. Deigendesch, Metzingen
Ort:
Praxis Dr. Deigendesch, Metzingen
Thema: Schwierige Epilepsien im Kinder- und Jugendalter
Ergebnis:
1. UKT (Dr. Ruf):
8 jähr. Mädchen aus Eritrea mit atyp. benigner Partialepilepsie seit 5. Lebensjahr. Morgendliche Anfälle mit Spracharrest, MRT oB, Th. Mit Sultiam u. Globazam nicht erfolgreich. Im Schlaf-EEG kontinuierliche SW-Status! Steroid-Pulstherapie und kontinuierliche Steroidgabe kein Erfolg, Levetiracetam schlecht vertragen. Psychisch unausgeglichenes Profil, inzwischen Lernbehinderung. Absencen sprechen auf VPS gut an, Ethosuximid wird schlecht vertragen, Mesuximid kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Nächtlicher Grand Mal in Eritrea. Danach unter 300 mg VPS wieder gut, wenig Absencen, Im Schlaf immer noch unverändert CSWS.
Frage: Therapiereserven? -> Lamotrigin wäre noch ein Versuch wert.
2. UKT (Dr. Wolff)
16 jähriges Mädchen, „Juvenile Absencenepilepsie“ seit 11. Lebensjahr, kurze Aussetzer beim Sprechen, Lidflattern. Im EEG kurze reg. SW-Paroxysmen nach Augenschluss, FS positiv. Unter Ethosuximid Anfälle besser, starke Gewichtszunahme, EEG unverändert. Unter VPS EEG besser, aber weiter starke Gewichtzunahme und Verdacht PCOS. Nach ausschleichen Rezidiv. Unter LTG Anfälle und EEG schlechter. Bei LVT guter Effekt.
Frage: Typischer Absencenverlauf oder anderes Epilepsiesyndrom?
Dr. Wolff stellt das Jeavons-Syndrom als Entität vor: Irreguläre SW-Paroxysmen bei Augenschluss und FS, Lidmyoklonien, Ätiologie unklar, vermutlich genetisch, Prognose nicht günstig, Lidmyoklonien bleiben lebenslang. LTG verschlechtert die Myoklonien.
Abschließend wurde die Frage nach dem Führerschein kontrovers diskutiert.
3. Dr. Czempiel:
Im QZ bereits bekannter Junge, 9 Jahre, mit Gangliogliom. Die Eltern hatten bisher e AED und Operation abgelehnt. Die Anfälle nehmen erheblich zu: Absencen, tonische Anf., Grand Mal, in 18 Tagen 64 dokumentierte Anfälle. Inzwischen Förderschule. CT und MRT zeigen jetzt keine wesentliche Veränderung des Tumors. Die Eltern wünschen jetzt doch AED, aber keine Op. Th. Mit CBZ bisher ohne Erfolg.
Frage: Wie kann den Eltern die Entscheidung zu einer Op erleichtert werden?
Es wurde der Vorschlag gemacht, über Selbsthilfegruppen den Kontakt zu erfolgreich operierten Kindern zu vermitteln.
4. Dr. Czempiel:
Verlaufsbericht über bekannten 6jährigen Jungen „Micha“ mit bisher therapieresistentem Lennox-Gastaut-Syndrom: Unter ESX+PB+LTG Situation unverändert. Nächster Versuch soll PB gegen VPS austauschen.
5. Dr. v. Puttkamer:
13 jähriger Junge mit Verd. Absencen seit 4 Jahren, Schulschwierigkeiten, Verhaltensprobleme, Verd. ADS, mit MPH behandelt. Im Langzeit-EEG keine hsA. Jetzt nächtliche Attacken mit Somnambulismus, dabei Stürze mit Verletzungen. Im Wach-EEG keine sichere hsA, aber FS positiv. Bisher keine AED.
Frage: Weitere Diagnostik? -> Schlaf-EEG
6. Dr. Deigendesch:
15 jähr. Türkischer Junge, Fieberkrämpfe seit 9. LM, erste GM ohne Fieber seit7. Lj., Schulschwierigkeiten, Verhaltensprobleme, leichte motorische Defizite. Th. Seit 1998 mit VPS, seit 2004 anfallsfrei, Anfang 2006 Beginn des Ausschleichens aus der AED. Anfang Okt. 06 GM auf Flughafen in Istanbul nach anstrengendem Tag und Flug. Therapie dort wieder angesetzt, EEG oB
Frage: AED weiter? ->Vor erneutem Absetzen sollte ein Schlafentzugs-EEG durchgeführt werden.
7. Dr. Deigendesch:
16 jähr. Junge, Epilepsiebeginn mit 8 Jahren GM, Th. Mit VPS. Neurol. Und MRT oB, Adipositas. Unter Th weiter Abfälle in großem Abstand, seit 2004 anfallsfrei., EEG oB. Ab Mai 2006 Ausschleichversuch . Sept. 2006 bei FS Grand Mal.
Frage : Erneut Therapie ?
Die Frage wurde kontrovers diskutiert. Beides wäre möglich. Die Mutter wünschte erneute Therapie, nach 2 Jahren sollte wieder ein Ausschleichen versucht werden.
Zeitpunkt und Thema des nächsten Treffens: Montag, 12.02.07 Kinderklinik Tübingen, Neuropäd. Ambulanz
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